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Das Wunder von Manhattan

ADVENTS-SPECIAL (Miracle on 34th Street) Weihnachtsfilm. Weil der Darsteller des Weihnachtsmannes betrunken ist, droht dem Kaufhaus Macy‘s in Manhattan eine wichtige den Umsatz steigernde Komponente zu fehlen. Glücklicherweise taucht der nette alte Kris Kringle (Edmund Gwenn) auf und übernimmt den Job mit Bravour. Allerdings versteht er nicht, dass jemand den Weihnachtsmann „spielen“ wollte. Wo er sich doch selbst dafür hält. Und daher kann er es auch nicht mitansehen, dass die Chefin von Macy (Maureen O’Hara) ihrer Tochter Susan (Natalie Wood) ausreden will, dass es einen Weihnachtsmann gibt… 3 Oscars 1948 in den Kategorien „Bester Nebendarsteller“ (Edmund Gwenn), „Bestes adaptiertes Drehbuch“ (George Seaton) und „Beste Originalgeschichte“ (Valentine Davies) sowie eine Nominierung als „Bester Film“. „Der erfrischendste […] Film seit langer Zeit und vielleicht die beste Komödie des Jahres.“ (Bosley Crowther, New York Times) „Ein liebenswürdiger Film um einen alten Herrn in der Rolle des Weihnachtsmanns. Warmherzige Liebe und das Hoffen auf das Wunder stehen gegen die kalte Welt des Profits, der Technik und der Warenhäuser.“ (Evangelischer Film-Beobachter)

Das verflixte 7. Jahr

Silvester-Special (The Seven Year Itch) Komödie (basierend auf dem Bühnenstück 'Meine Frau erfährt kein Wort' von George Axelrod). Der Verlagskaufmann Richard Sherman (Tom Ewell) schickt Frau und Sohn in den Sommerurlaub aufs Land und ist voller Vorsätze, diese Zeit nicht für eine Affäre zu missbrauchen … bis ein sehr erotisches Werbemodel (Marilyn Monroe) in eine Wohnung im Obergeschoss einzieht. Als die außerordentliche Hitze Manhattans dazu führt, dass das Mädchen nachbarschaftliche Hilfe sucht, kommt Sherman schnell auf frivole Gedanken und postwendend in einen Gewissenskonflikt. Zumal sich das Mädchen bei ihm – einem verheirateten Mann - besonders ungefährdet fühlt… Tom Ewell hatte bereits am Broadway die Rolle des Sherman gespielt und dafür den Tony Award gewonnen. Golden Globe Award für Tom Ewell als "Bester Schauspieler". Und Marilyn Monroe wurde für den British Film Academy Award als "Beste Schauspielerin" nominiert. „Von Billy Wilder auf überaus witzig-persiflierende Art dargeboten. Glanzrolle für Marilyn Monroe.“ (Lexikon des Internationalen Films) „Miss Monroe bereichert den Film um eine besondere Persönlichkeit und ein gewisses physisches Etwas, was vielleicht nicht unbedingt den Vorstellungen des Autors der Vorlage entspricht, aber sicher etwas für sich hat. Von dem Moment an, in dem sie – in einem Kleid, das ihren wohlgeformten Körper umhüllt, als habe man sie kunstvoll hineingegossen – die Szene betritt, suggeriert der berühmte Filmstar mit dem silberblonden Haar und den unschuldigen großen Augen nur eines. Und diese Suggestion beherrscht so ziemlich den ganzen Film. Es ist – nun, warum es formulieren? Miss Monroe spielt eindeutig die Titelrolle.“ (Bosley Crowther: The New York Times)

Der Clou

Chicago um 1930. Kleingauner Johnny Hooker und sein schwarzer Partner erleichtern unwissentlich den Geldkurier des mächtigen Unterweltbosses Lonnegan. Der lässt Johnnys Partner ermorden. Johnny wendet sich an den abgehalfterten Gauner Gondorff. Sie fädeln einen raffinierten Racheplan ein, setzen auf Lonnegans Wettleidenschaft. Mit Kollegen, die von Lonnegan reingelegt worden sind, errichten sie ein falsches Wettbüro. Johnny wird zum Schein von Gondorff erschossen, Lonnegans Millionen wandern in ihre Hände. Zwei Trickbetrüger legen unwissentlich den Geldkurier eines eitlen, aber mächtigen Gangsterbosses herein.

Das Lied von Bernadette

1858 begegnet die junge südfranzösische Bauerntochter Bernadette Soubirous in einer Grotte 15 Tage lang einer wundertätigen "weißen Dame", die ihr den Auftrag gibt, die Heilquelle der Grotte von Lourdes zum Wallfahrtsort zu machen. Bernadette bekennt sich zu ihren Visionen und lässt sich trotz Anfeindungen von Seiten weltlicher und kirchlicher Instanzen nicht beirren. Später geht sie ins Kloster und stirbt nach einem Leben voll Entbehrungen an Knochentuberkulose. Im 19. Jahrhundert erscheint dem armen Mädchen Bernadette bei Lourdes die heilige Jungfrau Maria, die ihr aufträgt, in einer nahegelegenen Grotte nach einer Quelle zu suchen. Die Quelle wird zur Wallfahrtsstätte für Kranke, die ihr Heilkräfte zuschreiben, während Bernadette in ein Kloster eintritt. Während des 2. Weltkrieges entstandenes religiöses Drama, das mit vier Oscars ausgezeichnet wurde.

Sein oder Nichtsein

Filmsatire. 1939 wird Warschau von den deutschen Truppen besetzt. Eine Gruppe renommierter Shakespeare-Darsteller, zu dem das Ehepaar Josef und Anna Tura gehört (Jack Benny und Carole Lombard), engagiert sich im Widerstand, fällt aber einem Nazi-Spion auf. Als den Darstellern Verhaftung droht, entwickeln sie einen mutigen Plan, um der deutschen Gestapo zu entgehen... „Ich hatte die zwei etablierten und anerkannten Rezepte satt: Drama mit entlastender komödiantischer Einlage und Komödie mit dramatischen Elementen. Ich wollte niemanden zu keinem Zeitpunkt von nichts entlasten: Es sollte dramatisch sein, wenn es die Situation verlangt, und Satire und Komödie dort geben, wo sie angebracht sind. Man könnte den Film eine tragische Farce oder eine farcenhafte Tragödie nennen – mir ist das egal und dem Publikum auch.“ (Ernst Lubitsch in der New York Times vom 29. März 1942) Der Film erhielt eine Oscar-Nominierung für die Filmmusik von Werner R. Heymann. „Aus diesem Stoff, der halb Hahnrei-Farce, halb Widerstandsdrama ist und halb (falls es eine dritte Hälfte gäbe) Theaterklamotte, hat der europäische Emigrant die perfekteste[sic!] Hollywood-Komödie überhaupt geschaffen, eine Mischung aus Frivolität und Moral, aus politischem Witz und Dekadenz. Einen Film, der alle seine Situationen so oft umkehrt und spiegelt, bis das Unterste zuoberst ist; einen Film, der mit einem falschen Hitler den echten so treffend einfing, wie der nie sein konnte - vielleicht von Chaplins Großem Diktator abgesehen.“ (Hellmuth Karasek in Der Spiegel, 1984) „Der Komik mit Grauen stilvoll verquickende Film ist eine immer noch nützliche Abrechnung mit dem Führerkult und seinen Begleiterscheinungen. Einer der besten Filme von Ernst Lubitsch, der als ätzende Satire die Schergen des Nationalsozialismus als Schmierendarsteller beschreibt und die Schauspielertruppe als tragikomische Helden ehrt.“ (Lexikon des internationalen Films) „Der Meister der intelligenten Komödie zeigt auch hier seine typische Handschrift.“ (Berliner Zeitung)

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